Samstag, 18. November 2017

Der Übersberger Hof 1972: Wegen seiner Einfachheit einst ein gern erwandertes Ziel.

Foto: GEA-RT, 1973                                                                                                                                eArchiv: Dieter Bertsch

Freitag, 17. November 2017

17. November 1911: Das November-Erdbeben auf der Südwestalb vor 106 Jahren.

Die Auswirkungen des schweren Erdbebens waren bis in unsere Region spürbar. In einem zeitgenössischen Bericht von 1911 heist es aus dem Ebinger Raum: "Die Häuser schwankten hin und her wie Schiffe auf sturmbewegter See". Der erste und mächtigste Erdstoss erfolgte am 16. November um 22:30 Uhr. Es rappelte sieben Sekunden lang so fürchterlich, dass die Leute im Nachtgewand schreiend auf die Straße stürzten. Der damalige "Württembergische Erdbebendienst" hatte die Stärke acht der zwölfteiligen Skala registriert.
Speziell im Ebinger Raum gab es, mit Ausnahme alter Fachwerkgebäude, kein Haus, das nicht mehr oder weniger starke Schäden davon getragen hatte. Im Echaztal waren vermutlich vereinzelte Hausbrandkamine herabgestürzt. Der Schrecken war aber ähnlich wie bei den schweren Beben vom 26. Februar 1969 und vom 22. Januar 1970. An diese beiden Erdbeben kann ich mich noch gut erinnern.

Textauszüge: GEA-RT, 1971                                                                                            Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Donnerstag, 16. November 2017

2002: Die Kopfbedeckung macht den Unterschied. Feuerwehrkameraden aus der französischen Partnergemeinde "Voreppe".

Obige Aufnahme wurde im Rahmen der 10jährigen Partnerschaftsfeier, bei den Einweihungsfeierlichkeiten für den "Vorepper Platzes" gemacht. In der hinteren Reihe erkennt man mehrere Feuerwehrmitglieder aus Lichtenstein.

Foto von 2002: Dieter Bertsch                                                                                                               eArchiv: Dieter Bertsch

Mittwoch, 15. November 2017

Kultur des Miteinander: Jung trifft alt / alt trifft jung.

Das obige Foto wurde beim "Mittagessen für Senioren" aufgenommen. Die Kita-Leiterin, Dagmar Neubrander, ihre Kolleginnen, Mütter und die Kinder von der "Kita an der Echaz" erfreuten die anwesenden, älteren Mitbürger mit ihren Laternen und Liedern.

"Laternelaufen" ist ein herbstlicher Brauch, der auch in unserer Region von den Kindergartengruppen noch gepflegt wird. Oft hängt er mit dem St. Martinstag, am 11.November, zusammen.  Der Sinn der Martinslaternen erschließt sich aus den Lesungs- und Messtexten des Martintages. Die Gläubigen sollen das Licht des Glaubens zu den Völkern tragen und mit solchem Licht sich zu Gott bekennen und ihm Dank und Lob aussprechen.

Nicht vergessen sei auch hier der Namenstag des Reformators Martin Luther bzw. sein Geburtstag am 10. November. Organisatorische Gründe führen bzgl. des Laternelaufens manchmal zu Terminverschiebungen um den 10./11. November.

Foto, Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Dienstag, 14. November 2017

1906: Baumwollspinnerei (BSU), Unterhausen.



Die BSU im Jahr 1906. Das "Schweizerhaus", das Mädchenheim und die Wohnhäuser an der Hermann-Jäckel-Straße sind bereits vorhanden. Das dreistöckige Spinnereigebäude mit dem Turm, das der Anlage bis heute ihr charakteristisches Aussehen gibt, entsteht erst fünf Jahre später. (Foto: Archiv GHV).

Baumwollspinnerei (BSU), Unterhausen
1850 erhielt der Stuttgarter Kaufmann Christian Kick die Erlaubnis zu Einrichtung einer Seidenspinnerei. 1852 scheiterte Kick, der Schweizer Kaufmann Solivo und der Württemberger Fierz übernahmen den Betrieb. Die Unternehmensgründung erfolgte im Anschluss an die wirtschaftspolitische Entscheidung der Zollvereinsstaaten, die 1846 die Garnzölle angehoben hatten.
Die Baumwollspinnerei wurde zunächst als mechanische Spinnerei gegründet. Ein Steilabfall der Tuffterasse von ca. 10 m versprach ausreichende Wasserkraft der Echaz. 1861 drehten sich bereits 34000 Spindeln im Unterhausener Werk. 1883 wurde der Betrieb in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Baumwollspinnerei Unterhausen AG eröffnete 1884 ein weiteres Werk in Honau. Elektrische Energie, die zunächst aus Wasserkraftturbinen gewonnen wurde, spielte erst später eine Rolle. Die erste Turbine zur Stromerzeugung wurde 1893 errichtet. 

Nach dem Aufbau einer Zwirnerei auf dem Gelände der ehemaligen Kraußschen Papierfabrik in Pfullingen war das Werk 1925 mit rund 850 Arbeitern und Angestellten eines der größten der Region.
Nach dem Krieg verblieben 1945 noch 330 Beschäftigte. Französische Besatzer requirierten einige der wertvollsten Maschinen. Anfangs der 60er Jahre hatte sich die BSU wieder erholt. Die Belegschaft wurde mit ausländischen Arbeitern aufgestockt. Seit Beginn der 80er Jahre waren zwischen 350 und 380 Mitarbeiter beschäftigt. Trotz zunehmender Konkurrenz von ausländischen Garnen konnte noch im Geschäftsjahr 1990 durch eine spezialisierte Produktpalette ein satter Gewinn erwirtschaftet werden. Danach wirkte sich die allgemeine konjunkturelle Talfahrt verheerend auf die Geschäfte aus. Die Konzernleitung sah sich zur Aufgabe des Produktionsstandortes Unterhausen gezwungen. Mit der Stilllegung der Produktion am 29. Oktober 1993 war die Ära der Textilindustrie im Echaztal beendet. Heute sind mehrere Gewerbe, Handwerker und kleinere Industriebetriebe in den Gebäuden untergebracht.
Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Montag, 13. November 2017

Unterhausen - 1980er Jahre: In der neuen Ortsmitte entstand ein Wohnpark.

Foto: Winfried Reiff                                                                                                                                 eArchiv: Dieter Bertsch

Sonntag, 12. November 2017

4. Oktober 1785: Die erste Feier einer goldenen Hochzeit in Holzelfingen.

Das obige Foto zeigt Lichtenstein-Holzelfingen. Die Aufnahme dürfte um das Jahr 2000 entstanden sein.

Herzogliches, Hochlöbliches Gemeinschaftliches Oberamt!

Johann Georg Geckeler, 76 Jahre, 1 Monat und 19 Tage alt, von hier gebürtig, und dessen Ehegattin, Christina, eine gebürtige Gollerin von Dottingen, Uracher Oberamts, 71 Jahre, 6 Monate und 9 Tage alt, leben bereits bis auf den 1. November dieses gegenwärtigen Jahres in einem friedlichen und gesegneten 50jährigen Ehestand, und sind mit Gott und der gnädigsten Genehmigung Seiner Herzoglichen Durchlaucht entschlossen, ein "Jubilaeum Matrimoniale" (Ehejubiläum) zum Preis und Dank unseres großen Gottes für so manchen überfließenden Segen und Wohltaten, für so vielen Schutz, Hilfe, Treue, Liebe und Barmherzigkeit Gottes, ja für so manche Erquickung und Trost bei mannigfaltigen Leiden, davon sie so viele Proben und Merkmale in ihrem ganzen Leben, und besonders in ihrem 50jährigen Ehestand erfahren, und dieselben mit gerührtestem Herzen und tiefster Verehrung Gottes erkennen, vor ihm und dem Angesicht der öffentlichen Gemeinde zur Erweckung ihrer selbsten, ihrer Kinder und Kindeskinder und übrigen Blutsverwandten und Freunden zu feiern.

Wie nun ein solcher Vorfall immer ein besonderes Zeugnis der Gnade Gottes und seiner anbetungswürdigen Vorsehung ist, auch überdies das erste Jubiläum wäre, das in Holzelfingen gefeiert würde, so haben wir einem gemeinschaftlichen hochlöblichen Oberamt nicht nur die Gesinnungen obgedachten 50jährigen Ehepaars überschrieben, sondern auch dasselbige in ihrem und unserem Namen gehorsamst bitten wollen, sie in ihrem untertänigsten Gesuch an Seine herzogliche Durchlaucht um die gnädige Willfahr ihrer demütigen Bitte gütigst zu unterstützen.

Das Taufbuch bestimmt die Nachkommenschaft obgedachter Eheleute auf folgende Zweige: Kinder haben sie miteinander gezeugt 11, nämlich 7 Knaben und 4 Mägdlein, davon noch 5 Söhne und 1 Tochter am Leben sind, alle gut versorgt und verheiratet. Von diesen Stämmen kommen 25 Enkelkinder her, davon aber nur noch 20 am Leben sind.
Der alte Geckeler ist noch bei guten Leibeskräften, sieht ohne Brille und ist noch imstand, dem Ackerbau nach allen Bedürfnissen abzuwarten. Dessen Eheweib genießt auch noch einer guten Gesundheit und versieht bis auf gegenwärtige Zeit den Dienst einer Hebamme mit aller Treue und Rechtschaffenheit. Beide sind gutgesinnte, redliche und gottesfürchtige Leute und dienen dem Herrn in der Stille mit ganzem Ernst, bereiten sich unter Gebet und Flehen, unter fleißiger Betrachtung und Ausübung des göttlichen Wortes zu jener großen und wichtigen Ewigkeit, der sie in ihrem hohen Alter entgegeneilen.
Wir empfehlen sie einem hochlöblichen Oberamt und verharren mit vollkommenster Hochachtung

Eines Herzoglichen, Hochlöblichen Oberamts gehorsamste Diener
M. Johann Jacob Schmid, Pfarrer
Joh. Friedrich Vöhringer, Schultheiß

Holzelfingen, den 4. Oktober 1785

Auszug aus dem "Holzelfinger Heimatboten"                                                                 Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch