Sonntag, 17. Dezember 2017

Honau, 1911: Nach einem Verkauf wird aus dem "Echazhotel" das "Pilgerheim zur Echazquelle".

Der Zwangsverkauf ist wie folgt in einem Bericht der "Evangelischen Gemeinschaft der Süddeutschen Konferenz" dokumentiert:
"So wurde uns der Zuschlag für den Besitz des "Echazhotels" um die Summe von 36.500 Mark erteilt, das bei der Taufe den Namen "Pilgerheim zur Echazquelle" erhielt. Am 1. August 1911 wurde das Pilgerheim in das Grundbuch eingetragen; der Besitzwechsel von der Pfullinger Klosterbrauerei zur Evangelischen Gemeinschaft war vollzogen worden. Nun galt es das Anwesen nutzbar zu machen. Zuerst sollte es als Erholungsheim genutzt werden, um im Anschluss daran langsam zum Altenheim umgestaltet zu werden."

Foto + Textauszüge: Festschrift 1984 (75jähriges Jubiläum)                                        Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Samstag, 16. Dezember 2017

"Von Hand" wurde die Milchzentrifuge im kleinbäuerlichen Haushalt betrieben.

Wer noch in den 1950ger Jahren Milchvieh im Stall hatte - der Nebenerwerbslandwirt meist nur eine einzige Kuh - und selber seinen Rahm zur Butterherstellung gewinnen wollte, benötigte hierfür eine "Zentrifuge". Selbstverständlich wurde diese mittels Kurbel von Hand betrieben um keinen Strom zu verbrauchen. Das Geschick bestand darin, dass die Maschine nicht ruckweise angedreht und eine vorgeschriebene Umdrehungszahl eingehalten werden mußte. Aus den beiden "Fängern" flossen dann getrennt der Rahm und die Magermilch ab.
Der Rahm wurde dann im Butterfass weiter verarbeitet und die Magermilch erhielt die meist einzige Sau, welche in der "Sausteig" gehalten wurde.
Foto, Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Freitag, 15. Dezember 2017

1903, Volkstrachtenfest in Honau: Vorbeifahrt der Königlichen Majestäten an den Volkstrachtenwagen.

Nachdem das Königspaar auf Schloss Lichtenstein gespeist hatte, fuhr es in der Kutsche die Steige hinunter nach Honau: "Unter lautem Jubel der Bauern zogen die Wagen an den Majestäten vorüber. Diese betrachteten mit sichtlichem Interesse und Vergnügen die hübschen Trachten. Zwei kleine Buben, die in ihren weißen Kitteln ganz reizend aussahen, traten zu den Majestäten heran, überreichten prächtige Sträuße mit Feldblumen und sagten ein kurzes Sprüchlein her."

Ein Schwabenkind im Heimatkleid,
Es reicht in Ehrerbietigkeit
Glückstrahlend dieses Sträußlein dar
Dem vielgeliebten Herrscherpaar,
Und wünscht, daß immer gelten mög',
Allhie gut Württemberg alleweg.

Auszu aus: Goethezeitportal / http://www.goethezeitportal.de/..                                   Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Unterhausen: Ehemaliges Bauernhaus eines Fabrikarbeiters und Nebenerwerbslandwirts.

Das Gebäude stand an der Ecke Holzelfinger- / Moltkestraße. Ehemaliger Besitzer: Emil Reiff.

Foto, Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Mittwoch, 13. Dezember 2017

1895 - Die Echazquelle mit Nixe - einst ein lauschiges Plätzchen!

G.A. Heid gestaltete 1895 die Echazquelle bei Honau neu, die damit ein lauchiges Plätzchen am Wanderweg hoch zum Lichtenstein wurde.
Obiges Bild wurde von G.A. Heid gezeichnet (aus Blätter des Schwäbischen Albvereins, VII. Jg., Nr. 3, 1895).

Ein begeisteter Besucher schrieb: "Da quollen und schossen die Adern der Quelle künstlich gefasst in dem von einem Steinaufbau überragenden Wasserbecken zusammen und aus der dunklen Nische darüber erglänzte die Echaznixe, die Forelle in der Hand freudig emporstreckend".

Die vom Honauer "Verschönerungsverein" initiierte Anlage ist heute so nicht mehr vorhanden. Die Gips-Nixe wurde schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts von "bösen Buben" zerstört.

Quelle: Goethezeitportal / http://www.goethezeitportal.de/..                                          Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Dienstag, 12. Dezember 2017

Der "Kalkofen" auf der Oberhausener Alb.

Gebrannter Kalk war lange Zeit ein wichtiger Grundstoff zum Herstellen von Maurer- und Putzmörtel. Weiterhin wurde er verwendet als Gussmörtel für Estriche oder Formsteine. Zur Herstellung wurde ein Kalkofen benötigt. Beim Brennen wird den Kalksteinen in diesem Ofen das Kohlendioxid entzogen. Dafür muss der Kalkofen mehrere Tage und Nächte durchgeheizt werden und über 1000 Grad erreichen. Der gebrannte Kalk muss mit Wasser "abgelöscht" werden. Löscht man mit wenig Wasser, zerfällt der Branntkalk zu feinem Pulver, dem Staubkalk. Mit diesem wurden bzw. werden bis heute die Felder gedüngt. Löscht man mit viel Wasser, entsteht ein Kalkbrei, der Sumpfkalk.
Der Sumpfkalk wurde früher in einer Erdgrube unter einer Wasserschicht aufbewahrt. Solche Erdgruben hatten die Maurer und Gipser, auch manche Bauern, neben ihren Häusern. Diese Kalkgruben bestanden bis in die 1950er bzw. 1960er Jahre auch in den Lichtensteiner Teilorten. Den Sumpfkalk verwendete man zum "Weisseln" der Vieh- und Hühnerställe; dies wirkte desinfizierend.

Geht man davon aus, dass die Nutzung der Örtlichkeiten im Flur- bzw. Gewandnamen enthalten ist, so besteht die Annahme, dass der Name "Kalkofen" auf das ursprüngliche Vorhanden sein eines solchen Platzes zurückgeht, wo einst Kalksteine gebrannt wurden.

Zum obigen Foto: In der seit mehreren Jahrzehnten existierenden "Kalkofen-Hütte" wird heute nicht mehr gebrannter Kalk abgelöscht, sondern der Durst vorbeikommender Wanderer gestillt.
Die Hütte wurde 1964 von Frau Rosa Bader, der "Schwanenwirtin", errichtet. Die Bewirtung erfolgte vorwiegend durch ihre Tochter Waltraud, verheiratet mit Franz Petkovsek, die dann 1974 die Kalkofenhütte selbst übernahmen. 1972 brannte die Hütte vollständig ab und mußte komplett erneuert werden. Im Jahr 1978 wurde die Hütte renoviert. Sie bietet für etwa 60 Gäste Platz.

Foto, Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Montag, 11. Dezember 2017

Hopfenanbau: Ob da wohl unser "Lichtenstein" gemeint ist?

Diesen Hinweis findet man auf einer Schautafel im "Deutschen Hopfenmuseum", in der Hallertau, in der oberbayrischen Gemeinde Wolnzach.

Daß nachweislich im oberen Echaztal Bier gebraut wurde kann älteren Aufzeichnungen entnommen werden. Weiterhin wurden im 19. Jahrhundert viele Weinberge im Bereich der heutigen "Staufenburg" umgebrochen und teilweise zu Hopfenpflanzungen umgenutzt.

Der GHV-Lichtenstein wird hierzu Nachforschungen betreiben und darüber berichten.

Foto, Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch