Samstag, 18. November 2017

Der Übersberger Hof 1972: Wegen seiner Einfachheit einst ein gern erwandertes Ziel.

Foto: GEA-RT, 1973                                                                                                                                eArchiv: Dieter Bertsch

Freitag, 17. November 2017

17. November 1911: Das November-Erdbeben auf der Südwestalb vor 106 Jahren.

Die Auswirkungen des schweren Erdbebens waren bis in unsere Region spürbar. In einem zeitgenössischen Bericht von 1911 heist es aus dem Ebinger Raum: "Die Häuser schwankten hin und her wie Schiffe auf sturmbewegter See". Der erste und mächtigste Erdstoss erfolgte am 16. November um 22:30 Uhr. Es rappelte sieben Sekunden lang so fürchterlich, dass die Leute im Nachtgewand schreiend auf die Straße stürzten. Der damalige "Württembergische Erdbebendienst" hatte die Stärke acht der zwölfteiligen Skala registriert.
Speziell im Ebinger Raum gab es, mit Ausnahme alter Fachwerkgebäude, kein Haus, das nicht mehr oder weniger starke Schäden davon getragen hatte. Im Echaztal waren vermutlich vereinzelte Hausbrandkamine herabgestürzt. Der Schrecken war aber ähnlich wie bei den schweren Beben vom 26. Februar 1969 und vom 22. Januar 1970. An diese beiden Erdbeben kann ich mich noch gut erinnern.

Textauszüge: GEA-RT, 1971                                                                                            Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Donnerstag, 16. November 2017

2002: Die Kopfbedeckung macht den Unterschied. Feuerwehrkameraden aus der französischen Partnergemeinde "Voreppe".

Obige Aufnahme wurde im Rahmen der 10jährigen Partnerschaftsfeier, bei den Einweihungsfeierlichkeiten für den "Vorepper Platzes" gemacht. In der hinteren Reihe erkennt man mehrere Feuerwehrmitglieder aus Lichtenstein.

Foto von 2002: Dieter Bertsch                                                                                                               eArchiv: Dieter Bertsch

Mittwoch, 15. November 2017

Kultur des Miteinander: Jung trifft alt / alt trifft jung.

Das obige Foto wurde beim "Mittagessen für Senioren" aufgenommen. Die Kita-Leiterin, Dagmar Neubrander, ihre Kolleginnen, Mütter und die Kinder von der "Kita an der Echaz" erfreuten die anwesenden, älteren Mitbürger mit ihren Laternen und Liedern.

"Laternelaufen" ist ein herbstlicher Brauch, der auch in unserer Region von den Kindergartengruppen noch gepflegt wird. Oft hängt er mit dem St. Martinstag, am 11.November, zusammen.  Der Sinn der Martinslaternen erschließt sich aus den Lesungs- und Messtexten des Martintages. Die Gläubigen sollen das Licht des Glaubens zu den Völkern tragen und mit solchem Licht sich zu Gott bekennen und ihm Dank und Lob aussprechen.

Nicht vergessen sei auch hier der Namenstag des Reformators Martin Luther bzw. sein Geburtstag am 10. November. Organisatorische Gründe führen bzgl. des Laternelaufens manchmal zu Terminverschiebungen um den 10./11. November.

Foto, Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Dienstag, 14. November 2017

1906: Baumwollspinnerei (BSU), Unterhausen.



Die BSU im Jahr 1906. Das "Schweizerhaus", das Mädchenheim und die Wohnhäuser an der Hermann-Jäckel-Straße sind bereits vorhanden. Das dreistöckige Spinnereigebäude mit dem Turm, das der Anlage bis heute ihr charakteristisches Aussehen gibt, entsteht erst fünf Jahre später. (Foto: Archiv GHV).

Baumwollspinnerei (BSU), Unterhausen
1850 erhielt der Stuttgarter Kaufmann Christian Kick die Erlaubnis zu Einrichtung einer Seidenspinnerei. 1852 scheiterte Kick, der Schweizer Kaufmann Solivo und der Württemberger Fierz übernahmen den Betrieb. Die Unternehmensgründung erfolgte im Anschluss an die wirtschaftspolitische Entscheidung der Zollvereinsstaaten, die 1846 die Garnzölle angehoben hatten.
Die Baumwollspinnerei wurde zunächst als mechanische Spinnerei gegründet. Ein Steilabfall der Tuffterasse von ca. 10 m versprach ausreichende Wasserkraft der Echaz. 1861 drehten sich bereits 34000 Spindeln im Unterhausener Werk. 1883 wurde der Betrieb in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Baumwollspinnerei Unterhausen AG eröffnete 1884 ein weiteres Werk in Honau. Elektrische Energie, die zunächst aus Wasserkraftturbinen gewonnen wurde, spielte erst später eine Rolle. Die erste Turbine zur Stromerzeugung wurde 1893 errichtet. 

Nach dem Aufbau einer Zwirnerei auf dem Gelände der ehemaligen Kraußschen Papierfabrik in Pfullingen war das Werk 1925 mit rund 850 Arbeitern und Angestellten eines der größten der Region.
Nach dem Krieg verblieben 1945 noch 330 Beschäftigte. Französische Besatzer requirierten einige der wertvollsten Maschinen. Anfangs der 60er Jahre hatte sich die BSU wieder erholt. Die Belegschaft wurde mit ausländischen Arbeitern aufgestockt. Seit Beginn der 80er Jahre waren zwischen 350 und 380 Mitarbeiter beschäftigt. Trotz zunehmender Konkurrenz von ausländischen Garnen konnte noch im Geschäftsjahr 1990 durch eine spezialisierte Produktpalette ein satter Gewinn erwirtschaftet werden. Danach wirkte sich die allgemeine konjunkturelle Talfahrt verheerend auf die Geschäfte aus. Die Konzernleitung sah sich zur Aufgabe des Produktionsstandortes Unterhausen gezwungen. Mit der Stilllegung der Produktion am 29. Oktober 1993 war die Ära der Textilindustrie im Echaztal beendet. Heute sind mehrere Gewerbe, Handwerker und kleinere Industriebetriebe in den Gebäuden untergebracht.
Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Montag, 13. November 2017

Unterhausen - 1980er Jahre: In der neuen Ortsmitte entstand ein Wohnpark.

Foto: Winfried Reiff                                                                                                                                 eArchiv: Dieter Bertsch

Sonntag, 12. November 2017

4. Oktober 1785: Die erste Feier einer goldenen Hochzeit in Holzelfingen.

Das obige Foto zeigt Lichtenstein-Holzelfingen. Die Aufnahme dürfte um das Jahr 2000 entstanden sein.

Herzogliches, Hochlöbliches Gemeinschaftliches Oberamt!

Johann Georg Geckeler, 76 Jahre, 1 Monat und 19 Tage alt, von hier gebürtig, und dessen Ehegattin, Christina, eine gebürtige Gollerin von Dottingen, Uracher Oberamts, 71 Jahre, 6 Monate und 9 Tage alt, leben bereits bis auf den 1. November dieses gegenwärtigen Jahres in einem friedlichen und gesegneten 50jährigen Ehestand, und sind mit Gott und der gnädigsten Genehmigung Seiner Herzoglichen Durchlaucht entschlossen, ein "Jubilaeum Matrimoniale" (Ehejubiläum) zum Preis und Dank unseres großen Gottes für so manchen überfließenden Segen und Wohltaten, für so vielen Schutz, Hilfe, Treue, Liebe und Barmherzigkeit Gottes, ja für so manche Erquickung und Trost bei mannigfaltigen Leiden, davon sie so viele Proben und Merkmale in ihrem ganzen Leben, und besonders in ihrem 50jährigen Ehestand erfahren, und dieselben mit gerührtestem Herzen und tiefster Verehrung Gottes erkennen, vor ihm und dem Angesicht der öffentlichen Gemeinde zur Erweckung ihrer selbsten, ihrer Kinder und Kindeskinder und übrigen Blutsverwandten und Freunden zu feiern.

Wie nun ein solcher Vorfall immer ein besonderes Zeugnis der Gnade Gottes und seiner anbetungswürdigen Vorsehung ist, auch überdies das erste Jubiläum wäre, das in Holzelfingen gefeiert würde, so haben wir einem gemeinschaftlichen hochlöblichen Oberamt nicht nur die Gesinnungen obgedachten 50jährigen Ehepaars überschrieben, sondern auch dasselbige in ihrem und unserem Namen gehorsamst bitten wollen, sie in ihrem untertänigsten Gesuch an Seine herzogliche Durchlaucht um die gnädige Willfahr ihrer demütigen Bitte gütigst zu unterstützen.

Das Taufbuch bestimmt die Nachkommenschaft obgedachter Eheleute auf folgende Zweige: Kinder haben sie miteinander gezeugt 11, nämlich 7 Knaben und 4 Mägdlein, davon noch 5 Söhne und 1 Tochter am Leben sind, alle gut versorgt und verheiratet. Von diesen Stämmen kommen 25 Enkelkinder her, davon aber nur noch 20 am Leben sind.
Der alte Geckeler ist noch bei guten Leibeskräften, sieht ohne Brille und ist noch imstand, dem Ackerbau nach allen Bedürfnissen abzuwarten. Dessen Eheweib genießt auch noch einer guten Gesundheit und versieht bis auf gegenwärtige Zeit den Dienst einer Hebamme mit aller Treue und Rechtschaffenheit. Beide sind gutgesinnte, redliche und gottesfürchtige Leute und dienen dem Herrn in der Stille mit ganzem Ernst, bereiten sich unter Gebet und Flehen, unter fleißiger Betrachtung und Ausübung des göttlichen Wortes zu jener großen und wichtigen Ewigkeit, der sie in ihrem hohen Alter entgegeneilen.
Wir empfehlen sie einem hochlöblichen Oberamt und verharren mit vollkommenster Hochachtung

Eines Herzoglichen, Hochlöblichen Oberamts gehorsamste Diener
M. Johann Jacob Schmid, Pfarrer
Joh. Friedrich Vöhringer, Schultheiß

Holzelfingen, den 4. Oktober 1785

Auszug aus dem "Holzelfinger Heimatboten"                                                                 Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Samstag, 11. November 2017

Am 11. November ist Martini / Martinstag.

Foto von 2015: Martinsgänse im Reißenbachtal.

Der Festtag des heiligen Martin von Tours markiert den Beginn des bäuerlichen Jahreslaufs. An diesem Tag wurden Zinsen und Zehnten fällig, außerdem wurden Verträge gekündigt und neu geschlossen. An diesem Tag hat man sich häufig von "unnützen Essern" getrennt. Schweine und Gänse wurden geschlachtet und Knechte und Mägde gekündigt und ausgezahlt, aber auch neu eingestellt und bekamen dann ein Handgeld. Für viele stellungslose Bedienstete begann nun eine harte Zeit. Nicht von ungefähr betont die Kirche, dass der heilige Martin ein mildtätig Gebender war.

Am Martinstag war also in vieler Hinsicht Zahltag. Dieser Tag wurde von der ländlichen Bevölkerung genutzt, um sich vor dem Wintereinbruch mit den Dingen des täglichen Bedarfs wie Wäsche, Schuhe und Werkzeug einzudecken oder Produkte und Waren zu verkaufen. Diese Martinimärkte haben heutzutage eher den Charakter eines Volksfests.

Textauszüge aus Wikipedia                                                                                    Foto, Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Freitag, 10. November 2017

Oberhausen, 1920: Ortsmitte, Gasthof Hirsch.

 Das obige Foto zeigt die ehemalige Reutlinger Straße - heute Friedrich List Straße (B 312). Das unterhalb des Gasthofs Hirsch, weit in die Straße hineinstehende Haus, wurde der "Fuchsbau" genannt. Weitere Details, zu diesem im Jahr 1714 erbauten Gebäude, siehe im GHV-Lichtenstein-BLOG, vom 9. Mai 2017.
 
Fotoauszug, Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Donnerstag, 9. November 2017

Wolf's Nudeln- und Maccaronifabrik in Unterhausen.

Foto: Archiv des GHV-Lichtenstein                                                                                                         eArchiv: Dieter Bertsch

Mittwoch, 8. November 2017

1980er Jahre: Der Blick auf den Gießstein vom Reißenbachtal aus.

Der  Gießstein liegt 788 m über der Meereshöhe. Mit seiner markanten Wetterfahne ist er der "Hausberg" des oberen Ortsteils von Lichtenstein-Unterhausen - dem ehemaligen Oberhausen (bis 1930). Das Echaztal, mit dem von Westen her einmündenden Reißenbachtal, liegt 280 m tiefer. Die Aussicht von der steil vorspringenden Felsennase ist großartig.

Foto + eArchiv: Dieter Bertsch

Dienstag, 7. November 2017

Der "Güternahverkehr Holzelfingen" belädt den MAN im Schotterwerk.

Foto: Archiv des GHV-Lichtenstein                                                                                                        eArchiv: Dieter Bertsch

Montag, 6. November 2017

Im Jahr 2005: Als der Wilde Westen noch hinter dem Schloss Lichtenstein begann.


In den Jahren nach der Jahrtausendwende wurden beim Parkplatz "Schloss Lichtenstein" mehrfach  Feste mit nordamerikanischer Folklore abgehalten. Cowboys und Indianer konnten in ihrer Alltagskultur erlebt werden.
Fotos + eArchiv: Dieter Bertsch

Sonntag, 5. November 2017

Stillgelegter Unterhausener Bahnhof in den 1980er Jahren: Egal von welcher Seite betrachtet kommt Wehmut auf.

Foto: Archiv des GHV-Lichtenstein                                                                                                         eArchiv: Dieter Bertsch

Samstag, 4. November 2017

Im Juni 1929: Mit der Einrichtung eines öffentlichen Verkehrsmittels durch Julius Vöhringer beginnt in Holzelfingen ein neues Zeitalter.

Die obigen Fotos wurden in den Jahren 1929 und 1934 gemacht.

Pfarrer Paulus beschreibt im "Heimatboten"  - dem evang. kirchlichen Gemeindeblatt für Holzelfingen - vom Juli 1929, nachfolgendes:

Das ist schon lange ein Schmerz der Holzelfinger gewesen, dass wir im Zeitalter der Eisenbahn und des Autos immer noch ohne alle öffentlichen Verkehrsmittel geblieben sind. Und doch gehen täglich über 100 Personen die Steige hinab ins Geschäft. Nun endlich ist ein Anfang gemacht worden.
Am 3. Mai 1929 berief der Polizeidiener im Auftrag von Julius Vöhringer eine Versammlung ins Schulhaus zwecks Besprechung der Einrichtung regelmäßiger Autoverbindung mit Unterhausen, besonders für die Arbeiter. Julius Vöhringer teilte mit, dass er beabsichtige einen Lastkraftwagen anzuschaffen und für Personenbeförderung einzurichten, falls die Arbeiterschaft sich dieses Beförderungsmittel ins Geschäft und zum Bahnhof Unterhausen zu bedienen gewillt sei. Selbstverständlich könne er das Risiko nur auf sich nehmen, wenn er mit allgemeiner Benützung der Fahrgelegenheit rechnen dürfte. Bei der Besprechung stellte sich gleich heraus, dass das Unternehmen mit großen Schwierigkeiten zu rechnen habe. Diese bestehen hauptsächlich darin, dass außer von der Arbeiterschaft in Holzelfingen kein nennenswerter täglicher Verkehr aufgebracht wird und auch kein Hinterland vorhanden ist, das einbezogen werden könnte. Dadurch kann der Unternehmer die Fahrpreise für die Arbeiter nicht so niedrig gestalten, als dies für letztere erwünscht ist. Dies umso schwerer, als er zur Beförderung der Arbeiter wegen der verschiedenen Arbeitszeiten nicht zwei Fahrten, sondern mindestens vier Fahrten täglich machen muß (1/2 6 Uhr morgens, 2 Uhr nachmittags, 5 und 10 Uhr abends). Das verteuert den Betrieb ungemein und erschwert die sonstige Ausnützung des Kraftwagens. Mit dem Mut der Jugend hat Julius Vöhringer trotz dieser Schwierigkeiten den Wagen angeschafft und den Betrieb eröffnet. Es war ein Ereignis, als am 7. Juni abends der Wagen mit der Aufschrift: Julius Vöhringer, Autovermietung, Holzelfingen einlief und der Polizeidiener abends die Eröffnung des Betriebs für den folgenden Tag ankündigte. Infolge einer gleich notwendig gewordenen Reparatur am Kraftwagen trat eine Pause von 14 Tagen ein. Aber seit Samstag, 22. Juni, fährt er zu den oben angegebenen Zeiten. Leider kann der Wagen zu Fahrten nach der Bahn nur abends von den Zügen ab Reutlingen: 17:22 Uhr und 21:07 Uhr benützt werden. Dagegen wird von unseren Bäuerinnen sehr geschätzt, dass der Wagen jeden Samstag nach Reutlingen zum Markt fährt. So können sie mit Ihren Erzeugnissen bis auf den Marktplatz fahren und sind bis Mittag wieder daheim. Auch an Sonntagen, bei Hochzeiten und Beerdigungen ist der Wagen sehr willkommen. Aber diese außerordentlichen Verwendungen speisen den Verkehr nicht. Er kann bloß aufrechterhalten bleiben, wenn die Arbeiter sich entschließen, den Wagen zu benützen. Bis jetzt ist das nicht in der erforderlichen Weise geschehen. Man ist über den Fahrpreis (2,30 RM für die Wochenkarte des Arbeiters) mit dem Unternehmer nicht eins. Viele ziehen noch vor, wie seither die 3,5 Kilometer nach Unterhausen und zurück zu Fuß zurückzulegen. Doch sollte jedes auch bedenken, dass er durch Fahren an Körperkraft spart, also seine Gesundheit schont und daheim noch leistungsfähiger ist. Auch kann für jetzt keine Rede davon sein, dass der Unternehmer ein gutes Geschäft macht. Vielmehr steht ernstlich in Frage, ob er den Betrieb fortführen kann.

Zum Personen-Lastauto ist schnell auch ein Personenkraftwagen (6-Sitzer) gekommen. Die Brüder Christian und Robert Munz, zusammen mit Robert Taxis haben ein schon gebrauchtes Auto angeschafft, das z. Zt. von Christian Taxis als Fahrer bedient wird. Dieser Wagen führt keine regelmäßigen Fahrten aus, steht aber jederzeit zu jedermanns Bedienung bereit. In manchen Fällen ist er auch ein sehr willkommenes Beförderungsmittel.

Aller Anfang ist schwer. Das gilt besonders für die Holzelfinger Verkehrsmittel. Aber was nicht anfängt kann auch nicht gedeihen. Mögen auch hier die Anfangsschwierigkeiten glücklich überwunden werden!

Foto: Archiv des GHV-Lichtenstein                                                                                Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Freitag, 3. November 2017

Nach über 100 Jahren ist mal wieder ein Wohltäter gesucht: Elisenweg wegen notwendigen und kostspieligen Straßenreparaturmaßnahmen auf unabsehbare Zeit gesperrt!


Das Foto von 1961 zeigt das Pfullinger Hofgut: "Übersberger Hof". Erschienen im GEA-RT, 1973.

Die Übersberger Steige über Pfullingen ist derzeitig gesperrt (Elisenweg).  Ein Bergrutsch hat die 6 Kilometer lange Pfullinger Gemeindestraße stark beschädigt. Dank unbürokratischer Hilfe der Gemeindeverwaltung Lichtenstein ist die Gaststätte auf dem Übersberg und das Segelfluggelände vorübergehend über den auf Lichtensteiner Gebiet gelegenen Göllesberg ermöglicht.

Textauszug aus einem 1973 im Reutlinger Generalanzeiger erschienenen Artikel, verfaßt von Karl Koch, Pfullingen:
Der Weg zum Übersberg war in früheren Zeiten auch ein Problem, steinige und holprige Waldwege waren oft, je nach Witterung, schlecht zu begehen. Von der Kiessteige aufwärts zum Urselberg, am Remselesstein vorbei, die alte Steige über den Trieb, den sogenannten "Dreieichles-Weg" durch den Engersbuch, war weit, wenn man noch so manches auf dem Rücken zu tragen hatte. Der beschwerlichste Teil war wohl die letzte Strecke, die alte Klappersteige, durch die Felsenschlucht aufwärts zur Muld. Man sieht heute noch die Schleifspuren der gesperrten Wagenräder auf den Felsenplatten und nicht ganz ohne Gefahr mußte auch das Vieh durch die Schlucht getrieben werden.
Auch die Post- und Meldereiter in damaliger Zeit gingen von und nach Urach durch diese Schlucht. Man wählte halt in früheren Zeiten immer den kürzesten Weg auf die Alb. Meist waren es natürliche Klingen oder ein Ries weil zum Straßenbau eben die Mittel fehlten.
Durch eine Stiftung des Pfullinger Wohltäters Ernst Laiblin wurde dann 1895 eine neue, 6 km lange Straße erbaut, von den Pfullingern ihm zu Ehren mit dem Namen seiner Frau benannt, daher der Name "Elisenweg". Auch die Ernsthütte und Elisenhütte sind ein Geschenk dieses Stifters, gedacht als Unterstand und Schutz bei Gewitter. Später wurden dann vom damaligen Verschönerungs-Verein (Albverein) Wanderwege angelegt, welche die Wegstrecke zum Übersberg und Hochberg verkürzten.

Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Donnerstag, 2. November 2017

Holzelfingen im Jahr 1934: Wenn es zu eng wurde hat man die Giebelwand einfach hinausgerückt.

Im "Heimatboten für Holzelfingen" wird eine Scheunenvergrößerung wie folgt beschrieben (am 19. April 1934, bei Fritz Tröster):
Mittels vier Winden wurde der Westgiebel um 4,5 Meter hinausgerückt. Die Arbeit wurde von Zimmermeister Paul Gekeler ausgeführt. Alles ist ohne Unfall vor sich gegangen. In drei Stunden war die ganze Arbeit getan. Arbeiter und Zuschauer waren freilich in den drei Stunden in höchster Spannung. Das obige Foto zeigt die herausgerückte Wand.

Foto: Reutlinger Tagblatt / Heimatbote für Holzelfingen                                              Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Mittwoch, 1. November 2017

Heute ist "Allerheiligen"! ............................................. Lichtensteiner Kinder/Jugendliche erobern im freien Spiel und mit gemeinsamen Aktivitäten jeweils "ihr" eigenständiges Waldgebiet.

"Häusles-Bau" auf der Burgstelle in Honau

Waldkindergarten der "Lichtensteiner Albwusler" im Holzelfinger Manental.

Fotos + Idee: Hans Gerstenmaier - unser Honauer GHV-Mitglied                                                       eArchiv: Dieter Bertsch

Dienstag, 31. Oktober 2017

Heute ist Reformationstag. So sah die Holzelfinger Kirche bis 1909 aus.

Obiges Bild zeigt die alte Kirche von Holzelfingen mit dem Kirchhof, Schulhaus und Pfarrscheuer. Hier an der Ostseite zeigt sie ihre ganze Schönheit, auf dem Felsen über der Talschlucht stehend.

Handgeschriebener Textauszug aus der Pfarr-Registratur mit folgendem Originalwortlaut:

In anno 1692
ist diese Kirche auf Angebung des damaligen Pfarrers M. Johann Wendel Bürkhlin's, Johann Tröster's, Schultheißen, Johann Lamparters, des Gerichts und Hans Müller's, Heiligenpflegers, zu des dreieinigen Gottes Ehr und Wohlgefallen zu illuminieren (verschönern) und zu renovieren (erneuern) angefangen worden und hat die damalige in 20 Bürgern bestehende arme Gemeind auf geschehenen des Pfarrers Zuspruch aus freiwilligem Herzen Fördernis zu Gottes Ehr, zu ihrem Angedenken und deren Nachkömmlingen zu erbaulicher Lehr und Nachfolge zu diesem christlichen Werk beigetragen vierzig und fünf Gulden, denen ein solches der segensreiche Gott mit zeitlichem und ewigen Segen zu Seel und Leib auf Kind und Kindeskinder reichlich vergelten wolle, als der einen fröhlichen Geber lieb hat (2. Kor. 9 u. 7).

Bild und Textauszug aus dem Holzelfinger Heimatboten - Januar 1930.                       Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Montag, 30. Oktober 2017

Die Nebelhöhle: 141 Treppenstufen führen hinab in den Kühlschrank der Schwäbischen Alb und dann noch 480 m weit durch eine begehbare, geheimnisvolle Welt.

Öffnungszeiten: 
1. April bis 5. November 2017:     9:00 - !7:30 Uhr
November + März:                        Samstag + Sonntag + Feiertag: 9:00 - 17 Uhr
Dezember - Februar:                     Winterpause  zum Schutz der Fledermäuse


Das Klima in der Höhle ist komplett unabhängig vom Wetter im Freien. Über das ganze Jahr herrschen Temperaturen von 8 - 10 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit beträgt ebenfalls ganzjährig um die 100%. Mischen sich im Eingangsbereich feuchtwarme Höhlenluft und kalte Umgebungsluft, so kondensiert Wasser aus der Höhlenluft und es bildet sich Nebel. Daher rührt die ursprüngliche Bezeichnung der Alten Nebelhöhle: "Nebelloch".
Der Kurzführer: "Die Nebelhöhle" enthält weitere Informationen. Im Juli 2017 wurde er aktualisiert und erweitert.
eArchiv: Dieter Bertsch

Samstag, 28. Oktober 2017

Das Prüfungszeugnis der Anna Maria Fetzer, Hebamme in Oberhausen, vom 23. Januar 1846.

Obiger Text:

Prüfungszeugnis in der Hebammenkunst

Nachdem die Anna Maria Fetzer von Oberhausen, O.A. Reutlingen, einen vollständigen Unterricht in der Hebammenkunst an der Lehranstalt zu Tübingen erhalten und bei der am 23. Januar 1846 erstandenen Prüfung
  • in der Lehre von dem Bau und von den Verrichtungen der Geburtshilfe des menschlichen Körpers zureichend
  •  in der Lehre von dem regelmäßigen Verlauf der Schwangerschaft, Geburt und des Wochenbetts gut b

  • in der Lehre von den in der Schwangerschaft, bei der Geburt, im Wochenbett und bei Neugeborenen vorkommenden Abweichungen und Zufällen zureichend

Kenntnisse gezeigt und sich darüber ausgewiesen hat, dass sie

  • in der geburtshülflichen Untersuchung gut

  • in der Hülfeleistung bei Schwangeren und Gebärenden gut

  • in der Besorgung von Wöchnerinnen und Neugeborenen gut

Fertigkeit und Geschick sich erworben habe, auch dieselbe über die Pflichten und das Verhalten der Hebamme in ihrem Dienst gehörig belehrt worden ist, so wird derselben hiermit das Attest III. Klasse erteilt und sie zur Ausübung der Hebammenkunst in ihrem ganzen Umfange ermächtigt.

Die sittliche Aufführung während ihres Aufenthaltes in der Hebammenschule war gut.

Tübingen, den 23. Januar 1846  /  Mitglieder der med. Fakultät  /  Vorstände der Hebammenschule


Anmerkung zum Hebammenwesen in Ober-/Unterhausen (im 18. Jahrhundert):
Bekannt ist, dass die ärztliche Versorgung noch sehr im argen lag. Die Obrigkeit sah darauf, dass in jeder Gemeinde eine "Wehmutter", d.h. Hebamme  mit ein bis zwei Gehilfinnen, sogenannte "geschworene Weiber", wirkten. Diese hilfreiche Institution war für beide Orte gemeinsam in Oberhausen eingerichtet. "In loco (Unterhausen) ist keine Wehmutter, aber zu Oberhausen, welche zwar alt, sonst ein fein Weib ist und ein gutes Zeugnis hat."


Obige Urkunde aus dem Archiv des GHV-Lichtenstein                                            Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Freitag, 27. Oktober 2017

"Ebbes Schwäbisch em November" - der Geschichts- und Heimatverein Lichtenstein e.V. präsentiert Dietlinde Elsässer.

Ledig in Schwaben - Romantisch. Weiblich. Keck

Bekannt vom Theater Lindenhof und den "Drei vom Dohlengässle", geht Dietlinde Elsässer in ihrem Soloprogramm der Sache nach, wie es sich anfühlt, eine "Oizächte" oder wie es auf Neudeutsch auch heißt "Langzeitbeziehungslose" zu sein.
"Ledig heißt ja nur du hast keinen im Haus, oder du hast Einen im Haus, s'macht Dir aber nichts aus, dass du mit dem nicht amtlich verbandelt bist. Heiraten wird sowieso total überschätzt".
Dietlinde Elsässer geht der Sache nach und geht dem "ledigen DA-SEIN" mit viel Humor und Witz auf den Grund, klärt Fragen und beleuchtet Tatsachen zum Thema "Ledig in Schwaben".

Freitag, 17. November 2017; 20 Uhr
Evangelisches Gemeindehaus, Unterhausen


Eintritt: 14 €
Kartenvorverkauf: Kreissparkasse Lichtenstein-Unterhausen

Gert Lindemann, Schriftführer und Pressereferent                                                                                   eArchiv: Dieter Bertsch

Donnerstag, 26. Oktober 2017

"Unterer Greifenstein": Der sogenannte "Mehlsack".

Die spärlichen Ruinen des "Unteren Greifensteins" liegen auf 734 m Höhe, auf einem Felseneck, dort wo das Zeller- und Holzelfinger Tal zusammentrifft. Die Begehung erfordert ausgeprägte Trittsicherheit. Einige zehn Meter höher, in unmittelbarer Nähe, befinden sich die freigelegten Mauerreste des "Oberen Greifensteins". Die Greifensteiner betätigten sich als Raubritter. In der Umgebung lebende Bauern wurden von ihnen schikaniert und die von und nach Reutlingen ziehenden Handelszüge öfters ausgeraubt. Im Jahr 1311, während des Reichskriegs gegen Graf Eberhard I. von Württemberg, zerstörten die Reutlinger Reichsstädter u.a. die Greifensteiner Burgen. Diese wurden nicht mehr aufgebaut. Die Mauerreste des Oberen Greifensteins wurden durch den Schwäbischen Albverein im Jahre 1893 erstmalig wieder freigelegt.

Fotos: links, von Paul Schweizer - um 1935; rechts, von Winfried Reiff - um 2015.                   Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Der Anschluss an den Rest der Welt: "Unser einstmals, ach so schönes Bahnhöfle".

Das Foto stammt aus den 1990er Jahren und ist im Archiv des GHV-Lichtenstein hinterlegt.

Jetzt noch ein paar markante Jahreszahlen zur Echaztal- bzw. Schwäbischen Alb Bahn:

02.06.1892, Eröffnung: Reutlingen - Honau
01.10.1893, Eröffnung: Honau - Kleinengstingen - Münsingen
01.09.1901, Eröffnung: Münsingen - Schelklingen
07.09.1901, Eröffnung: Kleinengstingen (HzL) - Gammerdingen
28.07.1969, Stilllegung: Honau Schelklingen
01.09.1969, Abbau: Honau - Kleinengstingen
01.06.1980, Stilllegung: Reutlingen Hbf - Honau, Personenverkehr
26.05.1983, Stilllegung: Reutlingen Hbf - Honau, Güterverkehr
29.09.1994, Stilllegung: Reutlingen Hbf - Reutlingen Süd, Güterverkehr

eArchiv: Dieter Bertsch

Dienstag, 24. Oktober 2017

Anfangs der 1940er Jahre: Ein ganz gewöhnlicher Alltag in Unterhausen.

Kinder: Hein Haid, Adolf Schäfer, Lisa Lamparter.

Anmerkung: Mit dem schwäbischen  "Babba" ist der "Papa/Vater" gemeint.

Fotos aus dem Archiv des GHV-Lichtenstein / Reutlinger Generalanzeiger                                          eArchiv: Dieter Bertsch

Montag, 23. Oktober 2017

Eine ganze Bank voller Unterhausener "Häbe".

Personen von links: Hilde, Walter, Ilse, Günther, Karl.

Fotoauszug: Archiv des GHV-Lichtenstein                                                                                             eArchiv: Dieter Bertsch

Sonntag, 22. Oktober 2017

"Lichtensteiner Albwusler": Tag der offenen Tür im neuen Waldkindergarten, am 21. OKT 2017.





Das Wort "Albwusler" bedarf für Nichtschwaben einer kurzen Erklärung - "wuselig" bedeutet: klein und lebhaft. Es wird verwendet bei der Charakterisierung von kleinen Tieren und Personen, speziell auch von Kindern.
Der Waldkindergarten der Gemeinde Lichtenstein befindet sich im Ortsteil Holzelfingen, im Manental, zwischen dem Ameisenlehrpfad und dem Damwildgehege.
Fotos - vom 21.10.2017, eArchiv: Dieter Bertsch

Freitag, 20. Oktober 2017

Unterhausen, im Oktober 2017: Der "Ziegelbrunnen" in der Stahlecker bzw. Göllesberger Steige.


Die Einfassung des "Ziegelbrunnens" soll in Unterhausen beim Echazbrückenbau an der Ecke Kaiserstraße/Moltkestraße im Flußbett gefunden worden sein. Sie fand dann ihren heutigen Platz in der Stahlecker- bzw. Göllesberger Steige.
Auf der gegenüberliegenden Talseite befindet sich auf dem gleichen Höhenniveau, im "Brudersteig", ebenfalls ein Quellaustritt. Das Wasser des "Ziegelbrunnens" wurde in früheren Zeiten als Wasser von "schlechter Qualität" bezeichnet. Im Gegensatz dazu wurde bei schlimmen Krankheiten das "gute Wasser" des Brudersteigs als Hausmittel geholt. Es soll für die Genesung förderlich gewesen sein.

Foto, Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch 

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Wilhelm Mistele aus Oberhausen als flotter Jüngling.

Wilhelm Mistele (1898 - 1974), verheiratet mit seiner Frau Dora, war ursprünglich in der Nebelhöhlestraße 5 wohnhaft. Hier betrieb er viele Jahre eine Landwirtschaft mit einer  Lohndrescherei.
eArchiv: Dieter Bertsch